Johanna Eck und unsere Schule

Wikipedia: Johanna Eck

Zeitungsartikel:

Das Bezirksamt beschließt die Benennung Johanna-Eck-Schule zum Schuljahr 2014/15
Beschlussvorlage zur Benennung für das Bezirksamt
(pdf)

Grußwort der Volksbildungsstadträtin zur Namensgebung  “Johanna-Eck-Schule”:

“Sehr geehrte Frau Weimar,
sehr verehrtes Kollegium,
liebe Schülerinnen und Schüler,
sehr geehrte Eltern und Freunde der Schule,

ich freue mich, im Rahmen des diesjährigen Sommerfestes einige Worte zur Umbenennung der Schule sagen zu können.

Lassen Sie mich jedoch zunächst einen kleinen Ausflug in die Historie der Schule machen.

So bleibt zunät festzustellen, dass in Berlin eine umfangreiche Schulstrukturreform umgesetzt wurde, an deren Ende nur noch zwei Schularten in der Sekundarstufe I übrig bleiben sollten: die Sekundarschule und das Gymnasium.

Im Rahmen der Schulstrukturreform fusionierten im Sommer 2010 auch die Werner-Stephan-Schule (Hauptschule) und die Dag-Hammarsköld-Schule (Realschule) zur 7. lntegrierten Sekundarschule in der Ringstraße mit der Schulnummer 07K07.

Hierbei – so ist auch auf der Homepage der Schule nachzulesen – konnten die “Erfahrungen und Konzepte zweier unterschiedlicher Schulformen zum Wohle der Schüler/ Schülerinnen optimal genutzt werden”.

So werden alle bisherigen Abschlüsse zum Teil mit neuen Bezeichnungen an der Schule weiterhin angeboten:

  • die Berufsbildungsreife,
  • die Erweiterte Berufsbildungsreife
    und
  • der Mittlere Schulabschluss.

 

Nach erfolgreichem Besuch der 10. Klasse bietet die Schule ihren Schülern und Schülerinnen zudem grundsätzlich die Möglichkeit des Übergangs in die dreijährige gymnasiale Oberstufe mit dem Ziel des Abiturs.

Dies geschieht in Kooperationen mit besonders profilierten Oberstufenzentren, insbesondere mit

  • dem Oberstufenzentrum Informationstechnik und Medizintechnik (OSZ IMT),
  • dem Oberstufenzentrum Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern (OSZ LOTIS)
    sowie
  • dem Theodor-Heuss-Gymnasium.

 

Am 22. August 2013 hat nunmehr die Schulkon­ferenz der 7. Integrierten Sekundarschule in der Ringstraße beschlossen, den Schulnamen „Joha­nna-Eck-Schule” anzunehmen.

Die Schule möchte mit der Namensgebung einen Menschen aus der Nachbarschaft ehren, der ein Vorbild für die Ziele der Schule darstellt. Die Schu­le unterrichtet Schüler und Schülerinnen aus über 40 Nationalitäten und möchte insbesondere Tole­ranz, Zivilcourage, Einsatz für andere und gesell­schaftlichen Zusammenhalt vermitteln.

Johanna Eck (geb. am 04. Januar 1888) versteckte von 1942 bis zum Ende des 2.Weltkrieges in ihrer Berliner Wohnung vier Opfer der Naziverfolgungen. Zwei von ihnen waren Juden. Johanna Eck bot diesen Menschen Unterschlupf in ihrem Heim und teilte ihre knappen Lebensmittelrationen mit ihnen.

Auf die Frage nach ihren Motiven erklärte Johanna Eck später folgendes:

„Die Motive für meine Hilfe ? Nichts Besonderes. Grundsätzlich denke ich so: Ist mein Mitmensch in einer Notlage und ich kann ihm beistehen, so ist das eben meine Pflicht und Schuldigkeit. Unterlas­se ich diese Hilfe, so erfülle ich eben nicht die Auf­gabe, die das Leben – oder vielleicht Gott? – von mir fordert. Die Menschen, so will es mir scheinen, bilden eine große Einheit, und wo sie einander unrecht tun, schla­gen sie sich selbst und allen ins Gesicht. Dies sind meine Motive.“

Am 11. Dezember 1973 erkannte Yad Vashem Johanna Eck als „Gerechte unter den Völkern“ an.

(Nachzulesen in: Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher, Band 1;  herausgegeben von Israel Gutman, Daniel Fraenkel, Jacob Borut)

Seit 1953 werden durch den Staat Israel Men­schen als Gerechte unter den Völkern ausgezeich­net, die zwischen 1933 und 1945 große persön­liche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen.

Um die Umbenennung der Schule umsetzen zu können, bedurfte es der Unterstützung, Beteiligung und Zustimmung einer Vielzahl von Gremien: des Bezirksamtes, der Bezirksverordnetenversamm­lung, des Schulausschusses, der schulischen Gre­mien sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

All diesen Gremien möchte ich an dieser Stelle für ihre Unterstützung meinen Dank aussprechen.

Ich wünsche der „Johanna-Eck-Schule“ daher für die Zukunft alles Gute und insbesondere weiterhin viel Erfolg bei der Vermittlung von gesellschaftlichen Werten im Sinne von Toleranz und Zivilcourage.

Weiterhin wünsche ich allen Anwesenden ein schönes Sommerfest und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.”

 

 

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