40-Minutenmodell

Das 40-Minuten-Modell

Was kann das 40-Minuten-Modell zur Entwicklung personaler Kompetenzen und zum sozialen Lernen beitragen?

Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch soziale Heimat und benötigt für ein erfolgreiches Gelingen ihrer Arbeit eine Identifikation aller Beteiligten mit der Schule.
Dies ist besonders wichtig, aber auch schwierig, in der Zeit des Fusionsprozesses: Eine neue Schulform wird aufgebaut und wächst parallel im Gebäude in der Ringstraße heran; neue Schüler/innen befinden sich im Haus (Schüler/innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung / Integrationsschüler/innen). Die 7. Klassen haben andere Schülerzusammensetzungen als bisher.
Immer eindringlicher wird auch von außen der Schule die Aufgabe erteilt der Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen einen größeren Stellenwert beizumessen. Sie muss ein ausgewogenes Verhältnis von Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung pflegen und den ganzen Menschen einbeziehen. Auf der personalen Ebene muss sie daher die Befindlichkeit und Bedürfnisse von Schüler/innen und Lehrer/innen berücksichtigen, auf der inhaltlichen Ebene muss sie so viele Unterrichtssituationen wie möglich schaffen, in denen die Schüler/innen in möglichst kleinen Lerngruppen individuell und erfolgreich gefördert werden können.

Die eingesparten Minuten aus dem 40-Minuten-Modell können z.B.
eine Klassenlehrerstunde/ pro Woche ermöglichen, um Konflikten präventiv entgegen wirken sowie pädagogische Probleme in der Klasse lösen zu können und somit die Klassengemeinschaft zu festigen und zu stärken. Lehrer/innen und Schüler/innen können sich besser kennen lernen, was zu mehr Verständnis und Toleranz beiträgt.
Durch die Klassenlehrerstunde ergibt sich außerdem eine organisatorische und emotionale Entlastung des Kernunterrichts.

Was kann das 40-Minuten-Modell zur Entwicklung von Zukunftskompetenzen und individuellem Lernen beitragen?

Laut OECD gibt es drei Schlüsselkompetenzen, die Schüler/innen für die Zukunft brauchen:

  • Befähigung zum selbständigen Wissenserwerb,
  • Handlungsfähigkeit und
  • in heterogenen Gruppen arbeiten zu können.

Die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen ist nicht nur von unseren Schüler/innen gefordert, sondern auch von der Schule selbst.
Kernaufgabe der Schule von heute ist nicht der traditionelle Unterricht, sondern die Lernprozesse der Schüler/innen. Aus diesem Grund ist eine Kompetenzorientierung immer wichtiger, d.h. ein Lernen das auf Verstehen, Zusammenhänge, Problemerfassung, Anwendung und Handeln angelegt ist. Dabei lässt sich Unterrichtsqualität nicht mit Quantität gegenrechnen.
Schüler/innen lernen voneinander und miteinander, wenn das Lernangebot die natürliche Verschiedenheit des individuellen Lerntempos und Lernverhaltens aufnimmt, statt Lernen im vermeintlichen Gleichschritt erzwingen zu wollen. Mit fächerübergreifender, handlungs- und projektorientierter Unterrichtsgestaltung muss in der heutigen Schule bzw. einer Schule, die auch in Zukunft konkurrenzfähig sein will, auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Schüler/ innen und der Gesellschaft reagiert werden.

Die eingesparten Minuten aus dem 40-Minuten-Modell können z.B.
ein breit gefächertes Angebot von Arbeitsgemeinschaften, Neigungs- und Profilkursen ermöglichen. Diese können den Pflichtunterricht sinnvoll ergänzen und gegen ein eventuell vorhandenes passives, konsumorientiertes, von Langeweile geprägtes Freizeitverhalten angehen und es in aktives, kreatives Verhalten umwandeln.
Da alle Schüler/innen verbindlich an einer AG teilnehmen sollen, besteht somit die Möglichkeit, orientiert an den Schülerinteressen, ein sinnvolles Freizeitangebot für den Nachmittag mit z.B. musischen, technischen und sportlichen Aktivitäten anzubieten.
Des Weiteren können verschiedene Förderkurse bzw. Kurse zur Fachverstärkung und/oder Teilungsunterricht in kleinen Gruppen eingerichtet werden.

Wie kann das 40-Minuten-Modell sinnvoll und im Interesse aller Schüler/innen eingesetzt werden?

Die eingesparten Minuten müssen in die tägliche Unterrichtsarbeit reinvestiert werden.
Gesamtkonferenz, Fachkonferenzen und die Klassen- bzw. Jahrgangskonferenzen haben die Aufgabe über die Prioritäten bei der Verteilung der Stunden zu beraten und zu beschließen. Um den Grundgedanken der sozialen und fachlichen Unterstützung und Profilierung der Schüler/innen Rechnung zu tragen, darf die so genannte Minutenzeit nicht in zusätzlichen eigenverantwortlichen Unterricht nach Stundentafel gegeben werden.

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