Begründung des Konzepts “Coole Klasse”

Wir Wollen! Wir können! Wir machen!
Verantwortlich! Wirksam! Erfolgreich!
Konzept „Coole Klasse“

1. Bedeutung des Konzeptes für die Integrierte Sekundarschule

Eine integrierte Sekundarschule kann nur funktionieren, wenn es gelingt Konzepte zu entwickeln, die Verschiedenheit der Schüler in allen Bereichen als vereinendes und nicht als trennendes Element begreifbar, akzeptierbar und als Bereicherung zu vermitteln.
Dem Klassenlehrerprinzip und der Klassengemeinschaft kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Die einzelnen Klassen werden von einem Lehrerteam im Doppelordinariat unterrichtet. Zwei Klassenlehrer pro Klasse konzentrieren ihre Lehrzeit in der Klasse mit dem Ziel eine starke Lehr- und Lerngemeinschaft zu bilden. Aus abstrakten Schüler- Lehrerfiguren werden konkrete Menschen, die sich nicht nur untereinander respektieren sondern auch sich auch schätzen lernen. Jeder ist wertvoll mit seiner unterschiedlichen „Farbe“.  Akzeptanz und Toleranz, Freundlichkeit und Respekt werden zu tragenden Säulen des Umgangs miteinander.
Die „Prols“ und die „Wohlerzogenen“ lernen sich zu akzeptieren und zu respektieren und machen sich nicht gegenseitig verächtlich oder grenzen aus. Das ist die Basis des Konzeptes. Individuelle Förderung, differenzierte Lernformen und Methoden können nur funktionieren, wenn ein positives Lernklima das zulässt. Die Schüler müssen sich in der Gemeinschaft wohl fühlen und in ihr wirksam sein. Übernahme von Verantwortung und Partizipation sind dafür unabdingbar.
Ebenso bedeutsam wie das Klassenlehrerprinzip ist die Rolle der Schülerexperten aus dem neunten und zehnten Jahrgang.
Sie moderieren die Eingangsphase am Dienstag und Donnerstag und sind in den Trimesterkursen tätig. Im Bereich des Unterrichts am Nachmittag können sie eine tragenden Funktion in der Gestaltung des Ganztags erlangen, Lehrer entlasten und erheblich zum Lernerfolg beitragen.

2. Intentionen und Visionen für ein gelingendes schulisches Konzept

Die Schüler sollen die Schule verlassen mit der Überzeugung in ihrem zukünftigen Leben wirksam zu sein. Die Grundhaltung soll lauten: „Was immer an Problemen und Schwierigkeiten in meinem Leben auf mich zukommt, ich habe den Willen, die Fähigkeiten und die Fertigkeiten diese zu lösen und zu überwinden.“
Die dazu nötigen Skills und Tools erwerben die Schüler im schulischen Lernen.
Sie schöpfen ihr Lernpotential so aus, dass sie die möglichen schulischen Abschlüsse erreichen. Kein Schüler soll die Schule ohne Abschluss und ohne Perspektive verlassen.
Synergieeffekte, die durch das gemeinsame Lernen in der Gruppe entstehen, erweitern die persönlichen Möglichkeiten, so dass Begrenzungen überschritten werden können.
Die Schüler sollen ihre Einstellung gegenüber Schule grundsätzlich verändern. Der Lernwille wird gefördert und damit Bildungsarmut überwunden. Sie übernehmen Verantwortung für das eigene Lernen und das ihrer Mitschüler. Sie handeln erfolgreich. Sie partizipieren an der Planung und Durchführung von Unterricht. Sie erstellen Regeln für die Klasse und achten auf ihre Einhaltungen. Disziplinlosigkeiten, Respektlosigkeit, Interesselosigkeit werden geächtet und verschwinden. Die Klasse bildet eine starke Gemeinschaft, in der alle integriert sind, miteinander harmonieren und sich wohl fühlen. Die Klasse übernimmt auch Verantwortung innerhalb der Schulgemeinschaft.
Folgende Haltung entwickelt sich: „Wir sind stolz auf unsere Klasse und die gesamte Schule, weil wir selbst einen Beitrag dafür leisten“.
Die Einbindung von Schülerexperten aus der neunten und zehnten Klassenstufe als Vertrauensschüler (siehe Streitschlichterkonzept) und Moderatoren der Eingangsphasen und der Mitarbeit in den Trimesterkursen ist wesentliches Element von Schülerpartizipation und Verantwortung. Die Schülerexperten vollziehen den Rollentausch vom Lernenden zum Lehrenden. Die Wirksamkeit ihres Handelns beschleunigt den Prozess des Erwachsenwerdens und des eigenverantwortlichen Handelns. Diese Schülerexperten erwerben hohe kommunikative Kompetenzen und  ein Vertrauen in die eigene Wirksamkeit, dass ihnen hilft ihre Zukunft erfolgreich zu gestalten. Die Schüler der 7. Klasse übernehmen das Vorbild der Schülerexperten und entwickeln den Wunsch, später selbst diese Rolle zu übernehmen.
Der Wille zur Übernahme von Verantwortung wird gestärkt. Eigenverantwortliches Handeln wird gefördert und zielorientiertes Streben für eine gelingende Zukunft soll erreicht werden.
Das ist ein Schlüssel, um das Gefängnis der Perspektivlosigkeit als HARTZ4 -Empfänger zu verlassen. Eine „Null-Bockhaltung“ wird geächtet.

3. Bausteine des Konzeptes

3.1 Maßnahmen zur Förderung der Klassengemeinschaft

Um die oben genannte Haltung und das Gefäß des Lernens zu erreichen bedarf es einer starken Klassengemeinschaft. Es darf keine Außenseiter geben und keine schädlichen Hierarchien, wo einzelne das Sagen haben und die anderen „knechten“. Beschlüsse (Wandertage, Lerninhalte, Feste etc.) werden nicht per Abstimmung herbeigeführt sondern ausgehandelt, wobei alle Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt werden und niemand „über Bord geworfen wird“.
Das Grundbekenntnis der Schüler sollte sein: „Die Klasse ist meine Lernheimat. Wir sind gleichberechtigte Partner, die sich gegenseitig unterstützen, helfen und anspornen. Eine starke Gemeinschaft ermöglicht Synergieeffekte und erhöht das Leistungspotential jedes einzelnen
Die Klasse bekennt sich bewusst zu dem neuen Konzept. Das bedeutet eine deutliche Favorisierung der Lernzeit mit den Klassenlehrern. Im Detail sollten mindestens 12 Lehrerstunden der Wochenarbeitszeit und eher noch mehr für eine erfolgreiche Umsetzung  des Konzeptes eingeplant werden.
Fachlehrerprinzip und Jahrgangstufenmodelle sind damit nur schwer kompatibel. Unsere Schüler benötigen eine starke Beziehungsebene zum Lehrer und untereinander, damit sie sich zum Lernen motivieren lassen. Die Beziehungsebene dominiert die Inhaltsebene (Paul Watzlawick: Menschliche Kommunikation). Ist die Beziehungsebene gestört, wird auf der Inhaltsebene Verweigerung stattfinden. „Coole Klasse“ versucht  dieses Problem zu lösen und entspanntes und dennoch zielorientiertes Lehren und Lernen zu ermöglichen.
Als Einstieg in die neue Klasse und um Grundpfeiler für eine gute Klassengemeinschaft zu setzen wird Fächer übergreifend in einer ersten Projektwoche das Thema „Ich und die anderen“ und das Thema „Freundschaft“ bearbeitet. (Planung siehe Materialanhang). In den darauf folgenden Wochen wird in Deutsch und Ethik die Arbeit fortgesetzt. Lerngefäß und Baum der Eigenschaften sind Ergebnisse dieser Arbeit (Siehe Anhang)
Gelingt dieser Einstieg sind wichtige Vorrausetzungen für ein Klassenklima geschaffen worden, in dem sich alle Wohlfühlen und ihre Unterschiedlichkeit als Stärken einbringen können. Im Laufe des Jahres wird es dann weitere Bausteine zur Förderung der Klassengemeinschaft geben  wie die Projekttage Ende November zum Thema „Freizeitgestaltung, und eine Seminarfahrt mit Inhalten der Erlebnispädagogik.
Die Seminarfahrt wird in einer Bildungsstätte durchgeführt und von professionellen Erlebnispädagogen geleitet. Klettern und Abseilen, Kanubau und Floßbau stärken die Gemeinschaft und schaffen Vertrauen untereinander, was eine positive Beziehungsebene festigt.

3.2 Bedeutung und Funktion der Schülerexperten für einen gelingenden Ganztagsunterricht

In der Gestaltung des Ganztagsunterrichts in der ISS Ringstraße  wird deutlich, welche große Rolle die Schülerexperten im Gesamtkonzept des 7. Jahrgangs spielen.
Sie führen als ausgebildete Vertrauensschüler zahlreiche Schlichtungsgespräche, greifen ein bei Konflikten, führen Klassenmediationsgespräche, übernehmen Patenschaften für Schüler mit Problemen, moderieren die Eingangsphase am Dienstag und Donnerstag, arbeiten in den Trimesterkursen mit, wo sie Arbeitsgruppen leiten und den Lehrer erheblich entlasten und sie sollten auch in den Wahlpflichtunterricht am Dienstagnachmittag eingebunden werden. In der Zwischenzeit übernehmen sie auch erfolgreich Schüleraufsichten in den Pausen  und präsentieren die Schule nach Außen.
Durch diese Schülerexperten kann der Nachtmittagsunterricht effektiv gestaltet werden. Sie entlasten erheblich den verantwortlichen Lehrer, der auf sich gestellt, von der schwierigen Lernsituation extrem belastet und überfordert wäre. Das macht sich immer dann bemerkbar, wenn Schülerexperten durch Krankheit oder andere Termine plötzlich ausfallen. Effektives Arbeiten im Nachmittagsband stellt die Ganztagsschule wahrscheinlich vor die größte Herausforderung und die größten Probleme. Die Verantwortungsübernahme durch die Schülerexperten hilft erheblich diese zu lösen.
Für ihre Tätigkeit werden die Schüler ausgebildet (Vertrauensschülerseminare, Lion’s Questfortbildung, Supervisionssitzungen, Trainingseinheiten etc.)
Die Konzepte funktionieren, die Zahl der Schülerexperten muss aber noch erweitert werden, um Verbesserungen und Erweiterungen durchführen zu können.
In den einzelnen Unterpunkten wird noch einmal auf die pädagogische Bedeutung der Schülerverantwortung und Partizipation eingegangen.

3.3 Die tägliche Eingangsphase vor Unterrichtsbeginn

Jeden Tag wird eine zwanzigminütige Eingangsphase durchgeführt.
Die Schüler sollen in der Eingangphase auf die kommenden Lernprozesse zentriert und fokussiert werden. Montags und Freitags wird am Schülerbuch gearbeitet mit dem Ziel der Vor-und Nachbereitung der Wochenabläufe. Die Eingangsphase wird am Dienstag und Donnerstag von Schülerexperten der 10. Klasse übernommen, die eine entsprechende Ausbildung durchlaufen haben. Die Lehrer bleiben außen vor, sind aber bei Konflikten als Ansprechpartner verfügbar. Die Schülerexperten haben die Fortbildung im Sozialen Lernen (Lion‘s Quest) durchlaufen und wenden Bausteine davon meist auf einer spielerischen Ebene an.
Sie verfügen über eine große Akzeptanz bei den Siebtklässlern.
Mittwochs einmal im Monat findet die Eingangsphase in einem Jahrgangsplenum statt, wo Schüler belobigt werden und sie Ergebnisse präsentieren können (siehe Mutprobe).
Damit wird Präsentation vor einer größeren Gruppe trainiert. Selbstbewusstsein entwickelt sich und  Ängste können abgelegt werden.
Auch Lernergebnisse der Trimesterkurse sollen dann präsentiert werden.

3.4 Vorstellung über Veränderung des Lernens

Die Klasse bildet ein Lerngefäß. Jeder bringt seine persönliche Farbe und Begabung in dieses Gefäß ein. Die Schüler bilden Lerngruppen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Diese Gruppen werden so zusammengestellt, dass Stärken und Schwächen sich ergänzen. Die Schüler werden in allen Fächern in die Planung und Durchführung von Lernzeit mit einbezogen. Der große thematische Rahmen wird von Lernplänen und Zielen vorgegeben. Dazu können schulinterne Curricula und Kompetenzraster beitragen, die sich aber stärker auf die Gruppe als auf jeden einzelnen beziehen. Die Gruppe erreicht die Basisziele und Kompetenzen gemeinsam und jeder einzelne erhält von den Mitschülern und Lehrern soviel Unterstützung, dass er auch erfolgreich sein wird. Das Schuljahr wird in Trimester aufgeteilt.

3.5 Step: Kurs zum Sozialen Training und Entwicklungsprogramme Trimesterkurse in der 7. und 8. Klassenstufe

7. Klassenstufe: Kommunikation und Konfliktbewältigung 1, Soziales Lernen, Theater, Interkulturelles Lernen, Spiel und Bewegung
8. Klassenstufe. Kommunikation und Konfliktbewältigung 2, Hip Hop und Breakdance, Spiel und Bewegung, Kung Fu, interkulturelles Kochen, Zirkus und Jonglieren

Alle 7. und 8. Klassen durchlaufen einen wöchentlichen Trimesterkurs zum sozialen Trainung und zur Entwicklung. Diese Kurse spielen im Rahmen des Gesamtkonzeptes der Gestaltung des Ganztagsunterrichts eine herausragende Rolle. Sie werden gemeinsam von einem Lehrer, externen Experten und ausgebildeten Schülern der älteren Klassen moderiert. In diesen Kursen sollen vor allem die so genannten Sekundärtugenden oder sozialen Kompetenzen erlernt werden. Dazu zählen Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Höflichkeit, Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit etc. Außerdem dienen die Kurse der Wertevermittlung wie Toleranz, Gewaltfreiheit, Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Verantwortlichkeit etc.
Hier nimmt Schule ihren Erziehungsauftrag ernst und versucht Menschen zu bilden, die in der Lage sind ein gelingendes, verantwortungsbewusstes Leben zu führen. Die Schüler erlernen außerdem ein selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten im Vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten. Auch die Kommunikationsfähigkeit wird erheblich verbessert. Die Kurse tragen zudem zu einem positiven Klassen- und Schulklima bei.
Die Schülerexperten nehmen in einer stetig wachsenden Zahl an der Gestaltung und Organisation der Kurse teil. Sie begleiten die Schüler zu den externen Veranstaltungsorten (Jugendzentrum Bungalow: Spiel und Bewegung, Hip Hop und Breakdance, Shaolintempel: Kung Fu) und sorgen für ein angemessenes Verhalten. In einigen Kursen übernehmen sie auch die Leitung einzelner Trainingsphasen und unterstützen den Moderator.
Es findet findet viel Pionierarbeit statt im Durchführen der Kurse und bezogen auf die Kooperation mit externen Partner. Vor allem das Jugendzentrum Bungalow und auch der Shaolintempel werden zu wesentlichen Säulen des Konzeptes. Die Kurse sind hier weitgehend „entschult“, da sie nicht von Lehrern durchgeführt werden und nicht in der Schule stattfinden. Das nimmt ihnen die negative Stigmatisierung von Unterricht. Dazu tragen auch die vielen spielerischen Elemente in den Kursen bei.
Für die Schülerexperten bedeutet ihre Funktion ein Entwicklungsprogramm zum erwachsen werden. Sie sind mit ihrer ganzen Persönlichkeit gefordert, wenn sie erfolgreich arbeiten wollen. Kohärentes Verhalten wird gefordert und verstärkt.
Ausführliche Konzepte der einzelnen Kurse werden hier ergänzt und in das Gesamtprofil aufgenommen. Zunächst befindet sich an dieser Stelle nur das Konzept der Trainings zur Kommunikation und Konfliktbewältigung.

Trimesterkurse Kommunikation und Konfliktbewältigung

Begründung der Kurse

Kompetenzen im Bereich von Kommunikation und Konfliktbewältigung gehören zu den Basisbausteinen für ein gelingendes, wirksames Leben.
Viele Schüler kommen aus der Grundschule mit erheblichen Defiziten in der Kommunikationsfähigkeit. Man kann beinahe von stummen Individuen sprechen, die nicht in der Lage sind, Gedanken, Interessen, Gefühle, Eigenschaften etc. mitzuteilen.
Elektronische Medien und Vereinzelung in den Familien tragen zur kommunikativen Verarmung bei. Menschen sprechen immer weniger direkt mit einander, und Internetchat in sozialen Netzwerken können den direkten Kontakt nicht ersetzen.
Kommunikation ist außerdem mehr als nur miteinander reden.
Mangelnde Kommunikationsfähigkeit verstärkt die Entwicklung zu einem Verlierer im Leben und verursacht Konflikte durch die Unfähigkeit sich richtig auszudrücken. Dies verursacht Probleme durch Unverständnis und Missverständnisse. Häufig können diese Missverständnisse in aggressive Verhaltensweisen eskalieren.
Ohnmacht in der Kommunikation, Konflikt behaftetes Verhalten und fehlende Kompetenz im Umgang mit Konflikten führen zu erheblichen Schwierigkeiten im Umgang mit den Mitmenschen, können menschliche Beziehungen zerstören und das Leben als ständige Stolpersteine erschweren.
Positiv betrachtet sind Konflikte natürlich und Bestandteile unserer Existenz als Folge von unserer Verschiedenheit, die man aber als Reichtum einstufen sollte. Wären wir alle gleich, so wäre unser Leben eintönig und langweilig.
Aus der Akzeptanz der Verschiedenheit sollte tolerantes, friedfertiges Verhalten in Konfliktsituationen gelebt werden.
Kommunikation und Konfliktbewältigung sind eng miteinander verbunden. Konflikte können nur kommunikativ bewältigt werden.

Ziele und Inhalte der Kurse:

Im ersten Kurs wird gelernt, was Kommunikation überhaupt bedeutet und wie Menschen miteinander kommunizieren sollten. Aktives Zuhören wird ebenso gelernt wie das Vermitteln von Ich-Botschaften.
Es wird die inhaltliche- und die Beziehungsebene von Kommunikation erarbeitet.
Die Schüler sollen dabei lernen Emotionen besser zu kontrollieren. Sie sollen begreifen, welche Situationen sie negativ belasten (Minusmensch) und welche Situationen positiv empfunden werden (Plusmensch).
Sie sollen auch begreifen, welche Einstellungen und Äußerungen sie in Verlierersituationen bringen. („Ist mir doch egal“! „Immer ich! Die anderen machen das doch auch!“
“An meinen Problemen sind die anderen schuld!“ etc.)
Dann geht es um die Folgen von Beleidigungen in der Kommunikation. Diese führen in die Sackgasse und eskalieren häufig in gewaltsamen Auseinandersetzungen. Vor allem, wenn die Familie beleidigt wird, geht jede Kontrolle verloren. Die Schüler lernen, wie Konflikte verlaufen (Konfliktspirale) und wann man als Schlichter eingreifen sollte.
In der nächsten Stufe wird die Technik des Eingreifens bei akuten Konflikten gelernt. Wie gehe ich als Schlichter dazwischen, trenne die Konfliktparteien und wirke beruhigend.
Diese Methoden werden in Rollenspielen wirklichkeitsnah trainiert.
Außerdem wird im Kurs die Technik des Aushandelns (Betzavta) eingeführt. Wie kann ein Konsens gefunden werden bei unterschiedlichen Interessen, ohne dass durch Abstimmungen eine Minderheit in die Isolation getrieben wird.
Im zweiten Kurs werden die einzelnen Bausteine des ersten Kurses auf höherem Niveau vertieft. Noch stärker sollen die Schüler sich mit sich selbst auseinandersetzen. Was macht meine „Janusköpfigkeit“ aus? In welchen Situationen werde ich zum „schwarzen Schaf“ oder mache andere zu „schwarzen Schafen“ (Mobbing)?
Außerdem werden Elemente des neurolinguistischen Programmierens erlernt. (Die Magie von Komplimenten, das Umdefinieren von unangenehmen Situation und Gefühlen mit positiven Ankern etc.)
Präzision in der Kommunikation zur Vermeidung von falschen Botschaften wird trainiert.
Zusätzlich werden Bausteine zum Erreichen eines positiven Klimas in der Gemeinschaft oder im Team erarbeitet (Freundlichkeit, Humor, Komplimente, Small-Talk zum Kalibrieren).
Dann wird das Training zum Eingreifen bei Konflikten wiederholt und die Methode gefestigt, wobei der Schwerpunkt aus Deeskalation und Beruhigen liegt.
Nach der Teilnahme in den Kursen werden die Schüler zu Streitschlichtern und übernehmen zusätzliche Aufgaben (Aufsichten) innerhalb der Schul- und Klassengemeinschaft.
Sie können dann im 9. und 10. Jahrgang die Ausbildung zum Vertrauensschüler durchlaufen und Techniken der Mediation erlernen. Sie übernehmen dann die Rolle der Schülerexperten, führen Schlichtungsgespräche, übernehmen Patenschaften und sorgen für ein friedliches, tolerantes und positives Klima in der Schule.

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